Liebe Festivalfreunde, verehrtes Publikum

Warum empfinden wir Musik im Konzert viel beeindruckender als wenn wir Radio hören, der Stereoanlage auf dem Sofa lauschen oder im Auto unseren Musikvorlieben zuhören? Der wichtigste Grund dafür ist ganz einfach: Musik entsteht erst, wenn Klänge und Hörer unter bestimmten Bedingungen aufeinander treffen. Und wo könnte dieses Aufeinandertreffen spannender stattfinden als in solch atmosphärisch expressiven Räumlichkeiten wie den Museen in Basel und seiner Umgebung! Das aktive Hören, die Kommuni­ka­tion im musikalischen Geschehen ist in ihrer Gegenwärtigkeit unendlich wertvoll für alle, die sich darauf einlassen. Wer jemals ein gelungenes Konzert gehört hat, weiss von den gelungenen Wundern in der Begegnung mit der Musik und weiss auch, dass geteilte Freude sich vervielfacht.

Die überwältigende Resonanz des Festivals bei Publikum und Presse bewegt mich und es ist mir ein Bedürfnis in wirtschaftlich vielleicht nicht so rosigen Zeiten, den Menschen, die «les muséiques» finanziell unterstützen, von Herzen zu danken und sie auch zu ermutigen, dass durch das Ermöglichen von erlebbarer Musik viele wundervolle, faszinierende oder bewegende Emotionen freigesetzt werden können.

Freuen Sie sich also in diesem Jahr auf neue Perspektiven: ein Programm weit ab von musikalischem Einheitsbrei und ausserdem eine noch intensivere Nähe zu den Ausstellungen der jeweiligen Museen. Im Papiermuseum werden wir zum Beispiel Musik ausschliesslich auf Papier erleben können, in der Stiftung Brasilea spielt das Rosamunde Quartett südamerikanische Rhythmen, in der Fondation Beyeler zeigt uns Famadi Sako zur Ausstellung Stammeskunst afrikanische Hochkultur; Künstler wie Margarita Höhenrieder, Sebastian Hess, oder Ingolf Turban, um nur einige zu nennen, und natürlich unser Solistenensemble «les muséiques» bereichern in diesem Jahr unser Programm. Und was mich persön­lich besonders freut, ist die Tatsache, dass wir Dieter Ammann, einen Schweizer Landsmann, als «composer in ­residence» gewinnen konnten. Der Ernst-von-Siemens-Musik­­preis­träger 2008 gilt als Ausdrucksmusiker par exellence gleichgültig, in welchem Genre er sich bewegt. Wir dürfen also gespannt sein auf seine Werke!

Ich hoffe, unsere Konzerte machen Sie neugierig und Sie treten mit uns gemeinsam die musikalische Reise durch die Museen an.

Stellen Sie also während unserer Festivaltage Ihre Stereoanlage ab, denn ich heisse Sie herzlich willkommen bei «les muséiques» 2009!

Peter Sadlo, künstlerischer Leiter