Jörg Widmann

 
Composer in Residence

 
Portrait
Jörg Widmann wurde 1973 in München geboren. Er absolvierte sein Klarinettenstudium zunächst an der Hochschule für Musik in München bei Gerd Starke und später bei Charles Neidich an der Juilliard School in New York. Seine große Passion ist die Kammermusik. Er musiziert regelmäßig mit Partner wie Tabea Zimmermann, Heinz Holliger, András Schiff, Kim Kashkashian, Hélène Grimaud. Als Solist ist er Gast bei bedeutenden Orchestern im In- und Ausland und konzertierte mit Dirigenten wie Christoph von Dohnányi, Sylvain Cambreling und Kent Nagano.

Mehrere Klarinettenkonzerte sind ihm gewidmet und durch ihn uraufgeführt worden: 1999 spielte er im Rahmen der "musica viva" die ‚Musik für Klarinette und Orchester’ von Wolfgang Rihm und 2006 mit dem WDR Sinfonieorchester 'Cantus' von Aribert Reimann. Seit 2001 ist Widmann als Nachfolger von Dieter Klöcker Professor für Klarinette an der Staatlichen Hochschule für Musik Freiburg.

Im Alter von elf Jahren begann Widmann Kompositionsunterricht bei Kay Westermann zu nehmen. Seine Kompositionsstudien setzte Widmann später bei Hans Werner Henze, Wilfried Hiller und Wolfgang Rihm fort. 1999 erhielt er für seine kompositorischen Leistungen den Belmont-Preis für zeitgenössische Musik der Forberg-Schneider-Stiftung, im Jahr 2002 den Schneider-Schott-Musikpreis und den Paul-Hindemith-Preis. Im Jahr 2003 wurden ihm einer der Förderpreise der Ernst von Siemens Musikstiftung und der Ehrenpreis der Münchner Opern-Festspiele verliehen. Seine Oper Das Gesicht im Spiegel wurde von der Fachjury der Zeitschrift Opernwelt zur wichtigsten Uraufführung der Spielzeit 2003/04 gewählt. 2004 wurde Widmann der Arnold Schönberg-Preis des Arnold Schönberg-Centers Wien und des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin verliehen. Widmann ist Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Im Jahr 2004 war Jörg Widmann Composer in Residence bei diversen Festivals und Orchestern, darunter beim Deutschen Sinfonie-Orchester Berlin, NDR ’das neue werk’ und bei den Salzburger Festspielen. In der Spielzeit 2007/2008 wird er der erste Composer in Residence des neuen Orchesters Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern sein. 2006 erhielt Widmann den Kompositionspreis des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg sowie den Claudio-Abbado-Kompositionspreis der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker.

Zentral im Kammermusikalischen Schaffen stehen seine Streichquartette: I. Streichquartett (1997), gefolgt von Choralquartett und Jagdquartett, das 2003 durch das Arditti Quartet uraufgeführt wurde. 2005 komplettierten die Uraufführungen des IV. Streichquartetts und von Versuch über die Fuge (V. Streichquartett mit Sopran) durch Juliane Banse und das Artemis-Quartett die Werkreihe, die als ein großer Quartettzyklus gedacht ist.

Für großes Orchester hat Widmann eine Trilogie über die Projektion vokaler Formen auf instrumentale Besetzungen konzipiert. Sie besteht aus den Werken Lied (uraufgeführt 2003 und auf CD eingespielt von den Bamberger Symphonikern mit Jonathan Nott), Chor (uraufgeführt 2004 vom Deutschen Symphonie-Orchester mit Kent Nagano) und Messe, das im Juni 2005 von den Münchner Philharmonikern unter der Leitung von Christian Thielemann zur Uraufführung gebracht worden ist. Im Januar 2007 haben Pierre Boulez und die Wiener Philharmoniker Widmanns neues Orchesterwerk Armonica uraufgeführt.

Widmann komponiert gerade an mehreren Werken, die 2007 zur Uraufführung gelangen werden, darunter das lang erwartete Violinkonzert für Christian Tetzlaff und die Junge Deutsche Philharmonie. Im Dezember werden ein neues Klavierstück für Yefim Bronfman im Auftrag der Carnegie Hall sowie ein neues Orchesterwerk für Paavo Järvi und das hr-Sinfonieorchester Frankfurt aus der Taufe gehoben.

 

Bild von Jörg Widmann